Träumen, Planen, Handeln, Feiern – Integratives Projektdesign
Dragon Dreaming ist ein kraftvolles Werkzeug, das Einzelpersonen, Organisationen und Gemeinschaften dazu dient, nachhaltige Projekte aus der Kraft der Vision zu erträumen, partizipativ zu planen und so durchzuführen, dass die Beteiligten ihre unterschiedlichen Qualitäten hochgradig effektiv einbringen können und das Projekt erfolgreich und freudvoll auf die Beine stellen.
Die Methode wurde in Australien entwickelt und ist inspiriert von der Chaostheorie, modernen Ansätzen der Organisationsentwicklung, Systemtheorie und uralten Weisheiten der Aboriginees. Sie fördert insbesondere die persönliche Motivation, Offenheit und Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten und bringt eine neue Kommunikationskultur mit sich.
Für alle Menschen, die etwas bewegen wollen, Verantwortung übernehmen und erfolgreiche Projekte für gesellschaftlichen, politischen und organisationalen Wandel, für stärkeren sozialen Zusammenhalt, ökologisches und nachhaltiges Wirtschaften und zukunftsfähige, gemeinschaftliche Lebensstile durchführen wollen.
„Be the change you want to see in the world“ – Mahatma Gandhi
Auf www.Partizipation.at findet sich ein schöner Kurz-Artikel zu Dragon Dreaming, verfasst von Ronald Wytek.
Artikel zu Dragon Dreaming von Kosha Anja Joubert,
Autorin von Die Kraft der kollektiven Weisheit: Wie wir gemeinsam schaffen, was einer alleine nicht kann
Träumen, Planen, Handeln, Feiern –
Kosha Joubert stellt die Methode des Dragon Dreaming vor
Wir erschaffen als Menschen unsere Realität gemeinsam. Das bedeutet auch, dass wir nur gemeinsam den Weg aus Umweltkrise, Wirtschaftskrise und Sinnkrise hin zu einer neuen Ebene des Miteinanders auf diesem Planeten finden können. Wir können die Krise nutzen als Ansporn für unseren Lernprozess als Menschheit, hin zu einem tieferen Mitfühlen, zu mehr Kooperation miteinander und mit dem Leben. Es braucht die Bündelung all der Kräfte, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen (Antwort zu geben): politische Lenkung von oben, tatkräftige Realitätsgestaltung von unten. Umso offensichtlicher die Unzulänglichkeiten und Beschränkungen der Lenkung von oben, umso klarer wird die Bedeutung der weltweiten Graswurzelbewegung.
“Alleine kannst Du den Weg nicht gehen, aber nur Du kannst ihn gehen“ heißt es in einem Lied der Zapatista Mexiko’s. Ich empfinde als wichtigen Wert der weltweiten Gemeinschaftsbewegung, dass sie die kreative Kraft und das Potential des Individuums anerkennt und fördern möchte. Nur, wie schaffen wir es, aus den vielen individuellen Ansätzen effektive gemeinsame Projekte zu entwickeln? Allzu oft ist das Gegenteil der Fall – der kleinste gemeinsame Nenner ist das Niveau, auf dem wir uns einigen. Viel zu oft scheitern gute Projekte an zwischenmenschlichen Reibungsverlusten und einem Mangel an gemeinsamer Ausrichtung. Faszinierend sind allerdings die anderen Momente, wo es uns gelingt, in einen Raum der gegenseitigen Inspiration und Intensität einzusteigen.
Es gibt Prinzipien, Methoden und Werkzeuge, die weltweit entwickelt werden, um die Entstehung dieses Raums bewusst zu fördern. Einige, wie das ‚Forum’ und ‚Holacracy’ wurden im vorigen Artikel schon beschrieben. Ich möchte noch besonders hinweisen auf ‚Open Space’ und ‚World Café’. Zu beiden Methoden gibt es gute Materialien im Internet. Mit beiden arbeiten wir in der Gemeinschaftsbewegung inzwischen regelmäßig und erfolgreich. Open Space und World Café sind bei guter Moderation sehr effektiv, wenn die Kreativität und Inspirationskraft vieler Menschen herausgekitzelt und zusammengeführt werden soll.
Der Haken liegt oft in der Umsetzung. Wie kommen wir von dem Punkt der Inspiration zur tatsächlichen, konkreten Ebene der kreativen Aktion? Wie kommen wir von der freudvollen Weite der intelligenten Vision zur fokussierten Realitätsgestaltung? Wie erschaffen wir gesunde Kreisläufe der Rückkopplung, so dass wir in der Aktion beständig das Feedback der Welt nutzen zur Vertiefung von Inspiration und Imagination und zur dementsprechenden Verfeinerung des Designs unserer Projekte? Eine Methode, die mich begeistert, weil sie diesen kompletten Kreislauf der kollektiven Intelligenz beschreibt und begleitet, ist Dragon Dreaming.
Dragon Dreaming – Einleitung
Dragon Dreaming setzt auf die Kraft unserer Träume und Visionen, um den Sog der Zukunft zu nutzen. Die Methode zielt darauf, statt Institutionen, Projekte hervor zu bringen, die immer nur auf Zeit bestehen, bis der Fokus sich auf den nächsten Schritt, die nächste Vision verlegt. Es gibt immer einen Spalt zwischen dem, was ist und dem, was wir uns von Herzen wünschen, für uns selbst und für das Ganze. Oft finden wir uns damit ab, dass die Dinge nun mal sind, wie sie sind, statt die Sehnsucht ernst zu nehmen und ihr zu folgen. Dragon Dreaming hilft uns, zusammenzufinden und mit Hilfe von erfolgreichen Projekten Brücken zu bauen, zwischen dem ‚Ort’ and dem wir uns jetzt befinden, und demjenigen, wo wir hin wollen.
Die Methode wurde in Australien entwickelt und ist inspiriert von Einsichten aus der Chaos- und Komplexitätstheorie, der Systemtheorie und uralten Weisheiten der Aboriginees. Ihre Anwendung betreibt Kulturverwandlung. Sie zielt auf die Reintegration von Aspekten, die kulturgeschichtlich getrennt wurden: linke und rechte Gehirnhälfte, Intuition und Logik, das Selbst und die Umwelt, Denken und Tun, Arbeit und Spiel. Sie setzt auf Kooperation und die Kraft der Gemeinschaft. John Croft, gebürtiger Australier und einer ihrer (um nicht zu sagne, der) Urheber, ist seit 2007 in Europa und teilt großzügig sein Wissen mit allen, die bereit sind, sich auf die spannende Reise einzulassen.
Jedes Projekt beginnt mit der Imaginationskraft eines Individuums. Es wird eine Zukunftsgestalt gesehen, die lockt. Wir stehen an der Schwelle, zwischen dem, was gewesen ist, und der Zukunft, die sein könnte; mitten im Jetzt. Wie kraftvoll ist unser nächster Schritt? 90% aller Projekte sterben schon in uns selbst, sie erblicken nie das Tageslicht, werden noch nicht mal ausgesprochen. Oft sind es tief berührende Träume, die uns besonders verletzlich fühlen lassen. Ein großer Fundus an Kreativität und intuitiver Weisheit geht hier verloren. Von den Projekten, die über die erste Hürde hinaus kommuniziert werden, kommen wiederum 90% nie über das Stadium des Planens hinaus in die eigentliche Aktion. Und von den wenigen Projekten, die tatsächlich realisiert werden, gehen wiederum die meisten nach wenigen Jahren ein. Ideen und Projekte reifen schwer, wenn wir zurückschrecken vor einem transparenten Kommunikationskreislauf mit der Welt um uns, aus Furcht vor Kritik. Dragon Dreaming lehrt uns, unsere Kritiker durch echtes Interesse zu Unterstützern unserer Projekte zu machen, statt ihr Feedback persönlich zu nehmen und abzulehnen.
John Croft zufolge werden Projekte nicht nachhaltig, wenn wir dazu neigen, einen wichtigen Bereich des gesunden Projektkreislaufs von Träumen – Planen – Handeln – Feiern zu vergessen, nämlich das Feiern. Ohne eine gesunde Kultur des Feierns nähren wir uns nicht genügend, verlieren früher oder später die Freude am Tun und sind erschöpft.
Einzelne Schritte
Der Anfang des Projektes wird mit einem Traum- oder Visionskreis gesetzt. Ein inspiriertes Individuum lädt Menschen ein, die als Kooperationspartner in Frage kommen, und breitet seine/ihre Vision aus. Dabei ist es förderlich, auf Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Persönlichkeiten zu achten.
Die Projekt-Idee sollte den Dragon Dreaming Kriterien entsprechen:
1. Unterstützung von persönlichem Wachstum. Während der Durchführung eines Projektes entdecken wir neue Seiten an uns selbst und erlernen neue Fähigkeiten. Wir vertiefen unseren Kontakt mit der Welt und mit dem Leben überhaupt. 2. Unterstützung von Gemeinschaftsaufbau. Das Vertrauen und die Kooperation im Team wachsen durch die Erfahrung, dass die Visionen aller geachtet werden und jede/r seinen/ihren stimmigen Platz im Ganzen finden kann. 3. Unterstützung des Ganzen. Wir finden Sinn und Bedeutung in unserem Tun durch die Rückkopplung mit unserer Umwelt. Wir stellen uns in den Dienst des Ganzen und fördern Vielfalt, Kreativität, Leben.
An dem Punkt der individuellen Projektvorstellung wollen wir ein Charisma entfalten; es geht schließlich darum, ein Feuer zu entzünden und den eigenen Wirkungskreis zu vergrößern. Dieser Schritt wird in Dragon Dreaming – Seminaren geübt, weil er so wichtig ist für ein wirksames Sein in der Welt. Danach kommt allerdings schon bald ein Moment, den wir gerne vermeiden, aber der absolut notwendig ist, wenn wir gemeinschaftlich wirksam werden wollen: Das Projekt muss als Projekt eines Individuums sterben, um als Projekt der Gruppe wiedergeboren zu werden!
Die Frage, die der Gruppe gestellt wird, ist:
„Was müsste während und durch dieses Projekt geschehen, damit Du weißt, dass Du Deine Zeit nicht sinnvoller hättest verbringen können?“
Was motiviert uns, unsere Zeit, unsere Aufmerksamkeit einem Projekt zu widmen? Wodurch würde dieses Projekt wirklich zu unserem Projekt werden? Die Gruppe spricht intensiv, in mehreren Runden, wobei jeder Geistesblitz in Anderen wiederum neue Funken weckt bis der Inspirationsfluss in ruhigere Gefilde kommt und schließlich verebbt. Aus diesem Kreis entsteht das lebendige ‚Traummanifest’ des Projektes. Lebendig bleibt das Manifest, weil immer wieder hinzugefügt und darauf Bezug genommen werden kann. Bei jeder späteren Auswertung kann das Manifest als Maßstab genutzt werden: Zu welchem Prozentsatz sind welche Visionen umgesetzt worden und was braucht es noch, um das Resultat zu verbessern? Oft entdecken wir dabei, dass Visionen zu mehr als 100% eingetreten sind, auf Weisen, die nicht voraus zu sehen waren.
Nach dieser Phase des Träumens kommen wir zur Phase des Planens. Informationen wurden eingeholt, jetzt werden Alternativen in Betracht gezogen, Strategien entwickelt und erste Testläufe gemacht. Die Kunst, die Dragon Dreaming kultiviert, ist, die Visionen der anderen innerlich so anzunehmen, dass wir wahrhaftig für sie mitdenken. Ein Prozess der Kollektiven Intelligenz wird gefördert in dem das Ganze mehr wird, als die Summe seiner Teile und jede/r der TeilnehmerInnen eine Erweiterung des eigenen Denkens erlebt.
Schließlich wird aus den Strategien ein Projektdesign erstellt, dass sich Karrabyrrdt nennt (Spinnennetz): ein komplexes Netzwerk von ‚Songlines’ die von dem Jetzt in die Zukunft führen, um den gemeinsamen Traum wach zu singen. Dort, wo sie sich kreuzen, entstehen Knotenpunkte. Das sind Treffpunkte für Menschen, die ihr Wissen und Können zusammen tragen, um die Realisierung des Projektes einen Schritt weiter zu bringen. Die Songlines selber stellen die Energieflüsse zwischen den Knotenpunkten dar: Kommunikation, Austausch von Information und Wissen, gegenseitige Unterstützung. In der Tradition der Aborigenees sind Songlines Wege durch ihr Land, die dazugehörigen Lieder hüten und erschaffen Flüsse von Energie und Transformation.
Das Karrabyrrdt – der Spielplan
Das Karrabyrrdt kann zu einem Kunstwerk gestaltet werden, welches das Wesen und die organische Komplexität des Gesamtprojektes intuitiv erfassbar macht, während gleichzeitig viele Einzelinformationen vermittelt werden:
o Welche Schritte sind insgesamt notwendig für die Realisierung des gemeinsamen Manifests?
o In welcher Reihenfolge?
o Welche Querverbindungen gibt es zwischen verschiedenen Bereichen, wie können sie sich gegenseitig befruchten?
o Welche Teams übernehmen die einzelnen Schritte? Wo gibt es noch einen Bedarf? Müssen Experten an bestimmten Punkten eingeholt werden?
o Wie ist die Zeitplanung der einzelnen Schritte, die Zeitplanung des gesamten Projekts?
o Wie hoch sind das Gesamtbudget des Projektes, bzw. die Budgets von einzelnen Abläufen?
o Was wurde schon erledigt und was steht als nächstes an?
Der Spielplan ermöglicht eine organische Rollenverteilung: Menschen wirken an den Stellen mit, wo sie sich wirklich einbringen wollen, fungieren als Hintergrundsexperten, in den Bereichen, die sie vielleicht traditionellerweise übernehmen, aber für die ihr Herz gerade nicht schlägt. Es braucht keine statisch definierte Arbeitsgruppen, diese entstehen und vergehen nach Bedarf im Aktionsfluss.
Durch den Spielplan wird ein Großteil der Protokolle und Vorbereitungen für Organisationstreffen überflüssig: Auf dem Plan wird direkt sichtbar, wie das Projekt vorankommt, was bisher geschehen ist und was als nächstes ansteht. Jedes Mal, wenn ein Schritt gemacht wurde, wird der Erfolg auf dem Plan sichtbar und lädt zum Feiern ein.
Um die Arbeit mit dem Spielplan weiter zu erleichtern, wird im Moment mit einer open-source Software (Yed) experimentiert. Die Software ermöglicht die elektronische Erstellung von Spielplänen und macht ihre Vernetzung mit- und ihre Verschachtelung ineinander möglich. Die Umwandlung von Spielplänen zu Gantt-Charts (Projekt-Darstellung auf Zeitstrahlen) und Finanzplänen ist möglich. Individuen können ihren ganz persönlichen Weg durch das Projekt hervorheben und schnell Klarheit über die nächsten Schritte bekommen. In Zukunft können Karrabyrrdts/ Spielpläne für Projekte partizipativ via Internet geplant und verfeinert werden: Alle Beteiligten können den Plan aktualisieren und einsehen. Teilnehmer können benachrichtigt werden, sobald ein Schritt abgeschlossen ist, der Vorraussetzung war, für ihr weiteres Vorgehen. Die komplexe organische Vernetzung verschiedener Projekte wird möglich.
Finanzielle Umsetzbarkeit
Erfolgreiche Projekte brauchen eine stabile wirtschaftliche Basis. Ein Großteil unserer empfundenen Machtlosigkeit bezieht sich auf das Thema „Geld“.
Wie Karen Litfin in ihrem Artikel sagt: „Ein weit verbreiteter ökonomischer Wert der Ökodorfbewegung, die Sparsamkeit, hat auch eine Kehrseite. Wenn sie in einer Psychologie des Mangels verwurzelt ist, kann sie zu einem Armutsbewusstsein führen. Es hat mich immer wieder traurig gestimmt, mitzubekommen, dass ein Gefühl von finanziellem Mangel die Tatkraft von Gemeinschaften beschneidet.“
An der Schwelle zur Realisierungsphase ist eine der essentiellen Tests für das Gelingen eines Projektes der Erfolg des Fundraisings. ‚Empowered Fundraising’ möchte uns dazu inspirieren und befähigen, Geld zu beschaffen und im Sinne unserer Werte und unserer Visionen einzusetzen. Die Heilung unserer Beziehung zu Geld ist Grundlage dieser Arbeit. Im Prozess geht es dann in erster Linie um Beziehungsaufbau: wir laden Menschen ein, Teil unserer Projekte zu werden über einen Geldbeitrag. Wir machen einen Kooperationsvorschlag für Menschen, die gerne einen Beitrag leisten wollen.
Wir schaffen Gemeinschaft.
Fazit
Dragon Dreaming bietet einen Werkzeugkasten verschiedenster Methoden, die wir zum Teil auch schon aus der Organisationsentwicklung kennen. Diesmal ist der Werkzeugkasten allerdings eingefärbt von der Ausrichtung einer tiefgehenden Heilung: Heilung der Separation zwischen dem Menschen und seiner Umwelt, Heilung des Spaltes zwischen Denken und Handeln. Der Fokus liegt auf den Energiefluss, der die Ebenen miteinander verbindet und auf magische Art, wie in einer Heiligen Hochzeit, Befruchtung hervorbringt, wenn wir es nur zulassen.
Dragon Dreaming fördert den Glauben an die inhärente Klugheit eines jeden Menschen und an die Kraft der Graswurzelbewegung. Wir können kollektive Intelligenz nutzen, um sich beständig verändernde Formationen von Projekten zu erschaffen, die sich in Songlines über unser Land ergießen, es transformieren und neu beleben.
Ich freue mich auf den Prozess der Integration, wo Dragon Dreaming und Holacracy, World Work und World Café die Gemeinschaftsbewegung verändern und die Bewegung wiederum diese Ansätze weiter entwickelt und ganzheitlich miteinander verbindet!
Kurzinterview mit John Croft, geführt und übersetzt von Kosha Joubert
KJ: Weshalb wird der Traumkreis ‘Traumkreis’ genannt und nicht ‘Visionskreis’? Sind Träume nicht viel zu vergänglich und illusionär, um unsere Projekte auf sie aufzubauen?
JC: Die Kultur der australischen Aborigenees wusste, dass unsere Träume uns Zugang verschaffen zum kollektiven Bewusstsein der Menschheit, eine Idee, die später von C.G. Jung entwickelt wurde. Wir tendieren dazu, Träume als vergängliche und subjektive Phänomene zu betrachten, und wir glauben, dass unsere lineare Sicht der Zeit der objektiven Realität entspricht. Die Quantenmechanik und Neue Physik sagt uns, dass diese von Newton geprägte Art, die Zeit zu sehen, überholt ist. Durch unser Beharren darauf, dass Zeit Geld ist und Zeitersparnis effizient, beschleunigt unsere Kultur das Absterben menschlicher Gemeinschaft und natürlicher Ökosysteme. Das Träumen verschafft uns Zugang zu einem zeitlosen Raum des ‚Immerdar’ und schafft dadurch einen kreativen Raum und die Muße, die wir brauchen, um Lösungen zu finden für die großen Fragen unserer Zeit.
KJ: Wie kann der Prozess von Dragon Dreaming die Gemeinschaftsbewegung unterstützen?
JC: Die Große Wende, die unsere Kultur gerade macht, von der Separation, Destruktion und dem krebsartigen Wachstum hin zu der Verbundenheit, der Vielfalt, der Kooperation und der weisen Förderung des Lebens, ist der radikalste Übergang, den unsere Welt seit dem Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren gesehen hat. Um ihn erfolgreich zu meistern, brauchen wir die Freisetzung des kreativen Potentials jedes Menschen auf diesem Planeten. Dragon Dreaming zeigt, wie wir durch den Aufbau von Gemeinschaft, durch ein einfaches, gewaltfreies Leben, den Erhalt von Wissen und Achtsamkeit dem Leben gegenüber, diese Kreativität in einem noch nie versuchten Ausmaß entfesseln können.
KJ: Was ist die Verbindung zwischen Dragon Dreaming und der Transition Town Movement?
JC: Die Transition Town Bewegung begegnet den Fragen unserer Zeit, wie Peak Oil, Klimawandel und Verlust an natürlicher Vielfalt, nicht als unüberwindbare Probleme, sondern als gesunde Herausforderung für persönliche, gemeinschaftliche und planetare Weiterentwicklung. Sie stimuliert unsere Neugier, unseren Enthusiasmus und die Wiederentdeckung unserer kollektiven Kraft als Menschen, die einen positiven Beitrag zur Gestaltung der Zukunft leisten wollen. Dragon Dreaming stellt den Menschen, die sich zu dieser Haltung entscheiden, wichtige Werkzeuge zur Verfügung, mit denen sie durchschlagend erfolgreiche gemeinschaftliche Projekte umsetzen können. Deswegen arbeite ich eng mit Rob Hopkins und der Bewegung in England zusammen.
KJ: Welche Wirkung kann das auf der gesellschaftlichen Ebene haben?
JC: Ich erinnere mich an einen Cartoon, den ich vor Jahren in die Finger bekam: auf dem ersten Bild war ein Mensch abgebildet, der sagte: ich bin nur ein Mensch, was kann ich schon tun? Auf dem zweiten Bild waren ungefähr 10-15 Menschen abgebildet, jeder sagte: ich bin nur ein Mensch,… Im letzten Bild waren Tausende, die alle sagten, ich bin nur ein Mensch,… Das ist die Mythologie, mit der wir leben. Es ist eine Mythologie der persönlichen Entmachtung, die es ermöglicht, Menschen zu kontrollieren, so dass sie ihr Leben in destruktiven Arbeitsverhältnissen verbringen. Wenn nur ein Mensch den Schritt macht und jeden Tag nur einen anderen Menschen dazu ermächtigt, den Schritt auch zu tun, und dieser das Wissen auch weiter reicht, brauchen wir nur 33 Tage um jede Frau, jeden Mann, jedes Kind auf diesem Planeten zu erreichen: in kaum mehr als einem Monat wäre die Welt verändert. Wir brauchen solch eine weltweite Mobilisierung von Ressourcen, um die komplexen Lebenszusammenhänge auf unserem Planeten zu erhalten.
Dragon Dreaming ist ein Prozess, der solch eine Wirkung haben kann.
Kosha Anja Joubert, Msc in Organisational Learning and Development
lebt und forscht seit 20 Jahren in gemeinschaftlichen Zusammenhängen und lebt aktuell im Ökodorf Sieben Linden. Sie ist Vorsitzende des Global Ecovillage Network Europe und Mitautorin des Ecovillage Design Education Curriculums. Sie leitet Seminare und Kurse im Bereich Gemeinschaftsaufbau und Projektdesign.
Ko-Organisatorin der Community Conference – Die Kraft der Kollektiven Intelligenz, 2008
Literatur: Kosha Anja Joubert and Robin Alfred (Hrsg.)
Beyond You and Me – Wisdom and Inspirations for Building Community, Permanent Press, 2007
sehr spannend,
würde gerne in Kontakt kommen!
liebe kosha anja joubert
faszinierend! bin am buch die kollektive weisheit. eine revolutionäre idee!
habe in gedanken bereits mit einigen personen in meinem umfeld kontakt aufgenommen, welche ebenfalls an dieser idee gefallen finden könnten. verfolge das thema weiter, herzlich, irene meyerhans
Everything which is transcendenting our illusions and focusing on our bonds is healing and helpful to our world.
Irene meyerhans
Ich bin von John Croft und der Methode Dragon Dreaming sehr begeistert. Habe selbst auch einen ordentlichen Schuss an Pioniergeist und setze meine Lebenskraft und meine Kreativität positiv für den großen Wandel ein.
Ich bitte um Nachricht ob 2013 eine Train the Trainer -Ausbildung mit John Croft stattfindet.